Häufig gestellte Fragen

 

Ist in Deutschland ein straffreier Schwangerschaftsabbruch möglich?

Ja, aber die Einhaltung verschiedener Bedingungen ist notwendig.
(siehe auch unter "Wann ist ein Schwangerschaftsabbruch erlaubt?")

 

Muss eine Frau einen Schwangerschaftsabbruch selbst bezahlen?

Wenn sie wenig oder gar nichts verdient, werden die Kosten nach Antragstellung übernommen.
(siehe auch unter "Kosten")

 

Gibt es eine leichtfertige Entscheidung zum Schwangerschaftsabbruch?

Nein, die Erfahrungen in Schwangerschaftsberatungsstellen zeigen, dass es keine leichtfertigen Entscheidungen gibt. Von Leichtfertigkeit können nur Männer und Frauen sprechen, die noch nie selbst mit einer ungewollten Schwangerschaft konfrontiert waren. Eine ungewollte Schwangerschaft kann für eine Frau eine Notlage bedeuten.

 

Braucht eine Frau, die einen Schwangerschaftsabbruch durchführen will, die Genehmigung von ihrem Mann oder Freund?

Nein, denn die letzte Entscheidung kann nur die schwangere Frau treffen. Es kann aber der Frau helfen, über ihre Entscheidung zu sprechen und bei Beratungen eine Vertrauensperson mit zu nehmen.

 

Wie kommt es zur ungewollten Schwangerschaft!

Erklärungen können sein

  • Durchfall oder Erbrechen oder eine verspätete Einnahme der "Pille" kann deren Wirksamkeit einschränken. Auch die gleichzeitige Einnahme der "Pille" und anderer Medikamente kann die empfängnisverhütende Sicherheit der "Pille" verhindern. Besonders beeinträchtigend können Medikamente wirken, die Phenobarbital enthalten, bestimmte Schlaf-, Schmerz-, Migräne- und Beruhigungsmittel, bestimmte Rheumamittel und Mittel gegen Epilepsie. Gleiches gilt für Alkohol oder Drogenmissbrauch: schon ein leichter Rauschzustand kann die empfängnisverhütende Wirkung der "Pille" beeinträchtigen. Die Pille hat keine 100%ige Sicherheit - nur eine 97-99%ige Sicherheit.
  • Verhütungsfehler bei Kondombenutzung:
    • Die Kondome waren ohne Prüfsiegel,
    • beim Überziehen ist das Kondom z.B. durch Fingernägel beschädigt worden,
    • das Kondom ist beim Rausziehen abgerutscht,
    • das Kondom war überaltert.
  • Es wurde gar nicht verhütet, sondern "Koitus Interruptus" praktiziert (der Partner versucht aufzupassen und den Penis vor dem Samenerguss aus der Vagina zu ziehen) oder gedacht, beim ersten Mal passiert ja nichts.
  • Die Spirale ist verrutscht, wurde zulange getragen oder ist verloren gegangen.
  • Es wurde nur an den sogenannten "fruchtbaren Tagen" verhütet. Die Frau hat das Diaphragma nach der Geburt nicht neu anpassen lassen.
  • Eventuell wurde der Kurvenverlauf bei der natürlichen Familienplanung fehlgedeutet (z.B. das Lore-Agnes-Haus in Essen, bietet hierzu Schulungen an, s. Adresse der Beratungsstellen) oder es liegen andere Gründe vor.
  • oder es liegen andere Gründe vor.

 

Was muss ich während der Schwangerschaft beachten?

Während der Schwangerschaft sind seitens der Krankenkassen 12 Vorsorgeuntersuchungen möglich, die durch eine Frauenärztin bzw. einen Frauenarzt oder/und eine Hebamme durchgeführt werden.

 

Wann kann ich eine Hebamme in Anspruch nehmen?

Hebammen unterstützen werdende Eltern in der Schwangerschaft, bei Geburt und während des Wochenbetts.

Jede Schwangere, Gebärende, entbundene oder stillende Frau kann Hebammenhilfe in Anspruch nehmen. Die Kosten übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen, der Umfang und die Vergütungen für diese Leistungen sind in der Hebammen-Vergütungsvereinbarung geregelt. Privatversicherte müssen sich über ihre Leistungsansprüche bei ihrer Krankenkasse informieren.

Auf den folgenden Seiten finden Sie weitere Informationen zu Hebammen und Familienhebammen:

http://www.familienhebammen.de/
http://familienhebamme.de/institutionen.php

 

Welche finanziellen Hilfen kann ich im Einzelfall bekommen, wenn ich mich für ein Kind entscheide?

Mutterschaftsgeld, Elterngeld, Kindergeld, Unterhaltsvorschuss, Sozialgeld, Arbeitslosengeld II, einmalige Beihilfen von der ALG II Behörde, Wohngeld, Mittel aus der Bundesstiftung "Mutter und Kind- Schutz des ungeborenen Lebens". Über die zutreffenden Möglichkeiten beraten wir in unseren Beratungsstellen (siehe auch unter "Finanzielle und andere Hilfsmöglichkeiten" verlinken).

 

Wie lange wird Elterngeld bezahlt?

"Elterngeld kann in der Zeit vom Tag der Geburt bis zur Vollendung des 14. Lebensmonats des Kindes bezogen werden. Ein Elternteil kann längstens zwölf Monate Elterngeld beziehen. Die Eltern können die jeweiligen Monatsbeiträge abwechselnd oder gleichzeitig beziehen." Zitat aus der Broschüre "Das neue Elterngeld" Umsetzung in die Praxis vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend S. 24

 

Wie oft muss die "Pille" zur Verhütung von der Frau eingenommen werden?

Jeden Tag ein Mal am besten zur gleichen Zeit.

 

Wo bekommt man die Pille?

Der Arzt verordnet die Pille und das Rezept wird in der Apotheke eingelöst.

 

Wodurch unterscheidet sich die "Minipille" von der "Pille"?

Sie muss viel pünktlicher eingenommen werden und verhütet auf andere Weise die Schwangerschaft.

 

Wann sollte die "Minipille" eingenommen werden?

Immer zum gleichen Zeitpunkt - sehr pünktlich.

 

Was sind Schaumzäpfchen?

Ein relativ unsicheres Verhütungsmittel.

 

Wie lange kann eine "Spirale" als Verhütungsmittel in der Gebärmutter bleiben?

1-5 Jahre je nach Spirale.

 

Was ist ein Diaphragma?

Eine Gummikappe, die als Verhütungsmittel in der Scheide angewendet wird.

 

Wer passt ein Diaphragma an?

Niedergelassene Gynäkologen/Gynäkologinnen, manche Hebammen und zum Beispiel eine Ärztin in unseren Beratungszentren (z.B. Lore Agnes Haus in Essen). (siehe auch unter Verhütung)

 

Was ist die Pille danach

Die Pille danach ist eine Notfallmaßnahme nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr. Sie sollte so schnell wie möglich genommen werden am besten in den ersten 12 Stunden danach. Je nach Wirkstoff kann sie noch bis 120 Stunden danach genommen werden, die Wirksamkeit nimmt dann allerdings ab. Die Pille danach muss ärztlich verschrieben werden, dies kann jede Ärztin oder jeder Arzt tun. Am Wochenende wenden Sie sich an den ärztlichen Notdienst oder die Ambulanz eines Krankenhauses.

 

Lust und Liebe

Sexualität, Liebe und Partnerschaft sind für die meisten Frauen und Männer wichtige und schöne Bestandteile ihres Lebens. Unsicherheiten, unterschiedliche Bedürfnisse und mangelnde Kommunikation können jedoch zu individuellen oder partnerschaftlichen Problemen führen – dann kann die Sexualberatung eine Möglichkeit sein, Fragen zu stellen und über Auswege nachzudenken.

Sexuelle Selbstbestimmung und ein respektvoller Umgang mit den sexuellen Bedürfnissen anderer Menschen ist Kern unserer Beratung.

 

Schwanger nach Gewalt – Gewalt in der Schwangerschaft

Kein schönes Thema, aber dennoch (auch) Realität: manche Frauen werden durch Vergewaltigung schwanger, manche Frauen erleben körperliche, sexualisierte und psychische Gewalt in der Partnerschaft mit massiven Auswirkungen auf die betroffenen Frauen und ungeborenen Kinder.

Auch früher erlebte Traumata (z.B. Missbrauch in der Kindheit) können durch die eigene Schwangerschaft wieder aufleben. Wenn Sie Gewalt erlebt haben oder erleben, bleiben Sie damit nicht allein, wenden Sie sich – auch anonym - an uns.