Schwangerschaft

 

Ich glaube, ich bin schwanger!

Was ist zu tun?

Jede Frau die vermutet, dass sie schwanger ist, sollte zu ihrer Frauenärztin oder ihrem Frauenarzt gehen und die Schwangerschaft feststellen lassen.

Wir wissen, dass viele Frauen einen Test erst mal alleine zu Hause machen möchten. Der Test ist in Apotheken erhältlich. Wirklich sicher und zuverlässig ist aber nur der Schwangerschaftstest durch die Frauenärztin oder den Frauenarzt.

Der Test ist positiv/ negativ, was nun?

Wenn Sie jetzt nicht wissen, was Sie tun sollen bzw. Fragen zur Schwangerschaft haben, zu finanziellen Leistungen oder einen Abbruch erwägen, kann ein Gespräch bei einer Beratungsstelle weiterhelfen. Die Beratungsstelle berät Sie vertraulich, kostenlos und, wenn Sie es wünschen, anonym, alleine oder mit Ihrem Partner oder mit einer Person Ihres Vertrauens.

Auch wenn Sie die Schwangerschaft zu spät erkannt haben und ein Abbruch nach der Beratungsregel nicht mehr in Frage kommt, sind für Sie da.

Als Notfallmaßnahme nach Verhütungspannen und ungeschütztem Geschlechtsverkehr gibt es die Pille danach. Sie sollte so schnell wie möglich genommen werden am besten in den ersten 12 Stunden danach. Je nach Wirkstoff kann sie noch bis 120 Stunden danach genommen werden, die Wirksamkeit nimmt dann allerdings ab. Die Pille danach muss ärztlich verschrieben werden, dies kann jede Ärztin oder jeder Arzt tun. Am Wochenende wenden Sie sich an den ärztlichen Notdienst oder die Ambulanz eines Krankenhauses.

Beratungsstellen finden

 

Vorsorge

Schwangere Frauen haben einen Anspruch auf medizinische Betreuung, die von den Krankenkassen bezahlt wird. Welche Leistungen die Schwangerenvorsorge beinhalten, steht in den Mutterschaftsrichtlinien. Die Mutterschaftsrichtlinien sind vom Gemeinsamen Bundesausschuss der Ärzte und Krankenkassen festgelegte, verbindliche Richtlinien zur ärztlichen Betreuung während der Schwangerschaft und der Geburt. Die Schwangerenvorsorge umfasst in der Regel zwölf Vorsorgeuntersuchungen bei einer Frauenärztin oder einem Frauenarzt. Sie kann auch von einer Hebamme geleistet werden. Die Betreuung durch die Hebamme kann sich mit der Frauenärztin oder des Frauenarztes auch abwechseln. Nur die Ultraschalluntersuchungen müssen von einer Ärztin bzw. einem Arzt durchgeführt werden. In den Vorsorgeuntersuchungen wird unter anderem

  • die Lage des Kindes bestimmt,
  • die Herzaktion des Feten nachgewiesen,
  • der Urin auf Bakterien und Eiweiß untersucht,
  • der Blutdruck und das Gewicht gemessen,
  • der Eisenwert des Blutes bestimmt,
  • drei Ultraschalluntersuchungen angeboten,
  • die Blutgruppe festgestellt
  • und Untersuchungen auf bestimmte Infektionen (bei HIV nur mit Zustimmung) durchgeführt.

Die Ergebnisse der Untersuchungen werden im Mutterpass vermerkt. Den Mutterpass sollten Frauen während der Schwangerschaft bei sich tragen; hat z.B. die Frau einen Unfall, so enthält der Mutterpass für jede/n behandelnden Mediziner/in wichtige Informationen.

 

Ultraschall

Nach den Mutterschaftsrichtlinien sind drei Ultraschalluntersuchungen in der Regel im dritten, sechsten und achten Schwangerschaftsmonat vorgesehen.

Beim Ultraschall werden Schallwellen auf die Gebärmutter und den Embryo ausgesandt. Je nach Dichte des Gewebes werden verschiedene Echos reflektiert, die wiederum in ein Bild umgesetzt werden.

Ultraschalluntersuchungen dienen der Kontrolle des Schwangerschaftsverlaufs. Sie geben Auskunft über die Entwicklung des Ungeborenen und seine Organfunktionen. Die Lage des Ungeborenen und die der Placenta können damit bestimmt werden.

Sie können erste Hinweise auf äußere Fehlbildungen sowie Fehlbildungen der Organe und auf Chromosomenabweichungen (z.B. die sog. Nackenpolster als Hinweis auf ein Down-Syndrom) geben. Die Aussagekraft hängt von der Erfahrung der Untersuchenden und der Qualität der Ultraschallgeräte ab.

Mit dem sogenannten "Doppler - Ultraschall" kann die Blutversorgung des Ungeborenen durch die Nabelschnurgefäße untersucht werden

 

Individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL)

IGeL sind ärztliche Leistungen, die von der gesetzlichen Krankenkasse nicht bezahlt werden, da die Kassen nur für Leistungen aufkommen, die vom Gemeinsamen Bundesausschuss der Ärzte und Krankenkassen (G-BA) für medizinisch notwendig und sinnvoll erachtet werden. In der Schwangerschaft sind das beispielsweise Untersuchungen zur Risikoeinschätzung wie der Triple-Test, das Ersttrimester-Screening oder die Messung der Nackentransparenz. Auch zusätzlich gewünschte Ultraschalluntersuchungen sind IGeLeistungen.

Folgeuntersuchungen werden aber übernommen, wenn eine reguläre Vorsorgeuntersuchung einen auffälligen Befund gezeigt hat. Auch alle medizinisch notwendigen Untersuchungen der Pränataldiagnostik werden von den Krankenkassen bezahlt.

Individuelle Gesundheitsleistungen sollten nur nach ausreichender Aufklärung und mit schriftlicher Vereinbarung in Anspruch genommen werden.

 

Weitere Informationen:

Mutterschaftsleistungen
Mutterschafts-Richtlinien
Schwangerschaft und Vorsorge
Individuelle Gesundheitsleistungen
Hebammen finden Sie hier.

 

Vorgeburtliche Diagnostik

Vorgeburtliche Untersuchungen sind selbstverständlicher Teil der Schwangerschaftsvorsorge. Sowohl Ultraschalluntersuchungen als auch zusätzliche weitere vorgeburtliche Tests, die sogenannte Pränataldiagnostik (PND), können nach Normabweichungen suchen, die Aufschluss geben sollen über mögliche Erkrankungen oder Behinderungen des Ungeborenen. Nur wenige der durch PND gestellten Diagnosen sind therapierbar.

Schwangere Frauen (und ihre Partner) haben ein Recht auf Wissen, ebenso jedoch auf Nichtwissen. Deshalb bedürfen vorgeburtliche genetische Untersuchungen laut Gendiagnostikgesetz der ausdrücklichen und schriftlichen Zustimmung der Schwangeren, die jederzeit widerrufen werden kann.

Es ist daher ratsam, sich vor pränataldiagnostischen Untersuchungen zu überlegen, ob und in welchem Umfang diese Untersuchungen gewünscht sind. Die Materialien „Bauchentscheidungen – wissen, was jetzt gut ist. Hinweise zu Tests in der Schwangerschaft“ möchten schwangere Frauen und ihre Partner ermuntern, einen anderen Blick zu riskieren. Es erhält Hinweise auf Probleme, die durch vorgeburtliche Untersuchungen und Tests entstehen – und Ideen, wie sie damit umgehen können.

 

Beratung im Kontext von vorgeburtlichen Untersuchungen (Pränataldiagnostik/PND)

Die psychosoziale Beratung der AWO bietet die Möglichkeit, sich vor, während und nach vorgeburtlichen Untersuchungen unabhängig informieren und beraten zu lassen. Sie unterstützt schwangere Frauen und ihre Partner oder / und Angehörigen darin, ihre Situation zu reflektieren, persönliche Entscheidungen zu treffen und eine individuelle Perspektive zu entwickeln. In den Gesprächen gibt es Zeit, eventuell widerstreitenden Gefühlen nachzugehen und vorhandene Möglichkeiten kritisch zu betrachten und Lösungen zu suchen. Dabei werden auch die vorhandenen Hilfe- und Beratungsmöglichkeiten für Menschen mit Behinderungen und deren Familien aufgezeigt.

Frauen und Paare können durch die Diagnostik und auffällige PND- Befunde verunsichert und belastet werden. Wenn sich der Befund bestätigt und sie erfahren, dass ihr Kind krank oder behindert sein wird, kann dies eine Krise auslösen. Den betroffenen Frauen/Paaren stellen sich schwierige Fragen, wie wird das Leben mit einem Kind mit Behinderung oder Krankheit sein wird oder nach einem späten Schwangerschaftsabbruch mit medizinischer Indikation.

Ärztinnen und Ärzte sind sowohl vor und nach der Durchführung von genetischen Untersuchungen als auch bei einem auffälligen pränataldiagnostischem Befund zu umfassender Aufklärung und Beratung und zum Hinweis bzw. auf Wunsch zur Vermittlung zu vertiefender psychosoziale Beratung in einer Schwangerschaftsberatungsstelle gesetzlich verpflichtet.

Das Faltblatt und die Broschüre zur Pränataldiagnostik der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung geben einen guten Überblick und verständliche Erläuterungen zu den Verfahren der Pränataldiagnostik.

Faltblatt
Broschüre

Weitere Informationen zur Pränataldiagnostik finden Sie auf der Internetseite

www.familienplanung.de