Abtreibung Kosten

Die Kosten für einen Schwangerschaftsabbruch werden in vielen Fällen von der Krankenkasse oder vom Bundesland übernommen. Ob das auf Sie zutrifft, was Sie dafür tun müssen und in welchen Fällen Sie die Kosten selbst tragen müssen, dazu geben wir hier einen ersten Überblick.

Was kostet eine Abtreibung/ein Schwangerschafts­abbruch?

Die Kosten für eine Abtreibung/einen ambulanten Schwangerschaftsabbruch liegen in Deutschland zwischen 350 und 650 Euro. Der Preis unterscheidet sich je nach Methode, Betäubungsart und Arztpraxis. Bei einer stationären Aufnahme kommen die Kosten für den Krankenhausaufenthalt hinzu.


Wer trägt die Kosten für einen Schwangerschafts­abbruch?

Die Kosten für den Schwangerschaftsabbruch werden in Deutschland meistens vom Bundesland oder von der Krankenkasse getragen. Wenn Sie sich innerhalb der ersten 12 Wochen für einen Abbruch entscheiden, müssen Sie die Kosten offiziell selbst tragen. Allerdings nur, wenn Ihr Einkommen dafür ausreicht.
Für die Schwangere kostenlos sind die ärztliche Betreuung vor und nach einem Abbruch sowie die Behandlung eventueller Komplikationen. Diese Behandlungen werden von der Krankenkasse bezahlt. Sie haben keine Krankenversicherung? Bitte lassen Sie sich beraten, wir finden gemeinsam eine Lösung.

„Das klingt alles sehr kompliziert. Als Beraterin kann ich sagen, dass viele Frauen einen Abbruch nicht selbst bezahlen müssen, da nur das persönliche Einkommen zählt. Das Einkommen des Partners wird nicht herangezogen.“

Wann bezahlt die Kranken­kasse einen Schwan­ger­schafts­ab­bruch?

Wenn die Fortsetzung der Schwangerschaft die Gesundheit der schwangeren Person gefährdet (medizinische Indikation) oder wenn die Schwangerschaft Folge einer Vergewaltigung ist (kriminologische Indikation), übernimmt die Krankenkasse die Kosten für die Abtreibung. Dann reicht die Vorlage der Gesundheitskarte in der Arztpraxis aus.
Wenn Sie sich innerhalb der ersten 12 Wochen entscheiden, die Schwangerschaft mit einem Beratungsschein abzubrechen, müssen Sie die Kosten für den Abbruch selbst tragen. Allerdings können Sie eine Kostenübernahme beantragen, wenn Sie wenig Geld haben. Der Abbruch ist für Sie dann kostenlos.


Kosten­übernahme Schwanger­schafts­abbruch beantragen

Wenn Sie die Kosten für eine Abtreibung nicht selbst tragen können, übernimmt das Bundesland die Kosten. Den Antrag für diese Kostenübernahme stellen Sie bei Ihrer gesetzlichen Krankenkasse. Privat Versicherte wenden sich an eine gesetzliche Krankenkasse ihrer Wahl. Dort müssen Sie nachweisen, dass ihr persönliches Einkommen und Vermögen eine bestimmte Grenze nicht überschreitet. Sie müssen nicht über Ihre Gründe für einen Abbruch sprechen. Das Einkommen von Partner*in, Ehemann oder Eltern spielt für die Kostenübernahme keine Rolle.
Sie benötigen die schriftliche Zusage über die Kostenübernahme vor dem Abtreibungstermin.


Beratung zu Schwangerschafts­abbruch und Kosten

Bei der Schwangerschaftsberatung der AWO erhalten Sie alle Informationen zu den Kosten eines Schwangerschaftsabbruchs und zur Kostenübernahme. Wir informieren Sie über die aktuellen Einkommenssätze und Freibeträge und unterstützen Sie bei der Antragstellung. Auch wenn Sie keine Krankenversicherung haben, ist eine Kostenübernahme möglich, bitte kommen Sie dazu in die Beratung.
Sind Sie noch unsicher, ob Sie die Schwangerschaft fortsetzen wollen? Dann unterstützen wir Sie auch bei der Entscheidungsfindung.

Noch Fragen?

Wir beraten Sie gern persönlich. Anonym und kostenlos. Wertschätzend und empowernd.