Abtreibungs­methoden

Welche verschiedenen Abtreibungsmöglichkeiten gibt es? Und was erwartet mich bei einem Abbruch? Was muss ich hinterher beachten? Hier erhalten Sie einen Überblick über den Ablauf eines Schwangerschaftsabbruchs, über die Unterschiede zwischen medikamentösem oder operativem Abbruch und über mögliche Risiken.

Abtreibung Ablauf

Für den Abbruch benötigen Sie einen Termin in einer Arztpraxis oder Klinik, die Schwangerschaftsabbrüche vornimmt. Die Schwangerschaftsberatungsstelle unterstützt Sie dabei, eine*n passende*n Ärzt*in zu finden. Bei der Bundesärztekammer finden Sie außerdem eine Liste mit Arztpraxen und Kliniken, die Schwangerschaftsabbrüche vornehmen.
Wie läuft ein Schwangerschaftsabbruch ab? Beim Vorgespräch untersucht Sie der*die Frauenärzt*in zunächst und bespricht mit Ihnen, welche Abtreibungsmethode zum Einsatz kommt. Hier können Sie auch noch Fragen zum Ablauf und zu medizinischen Risiken stellen. Außerdem müssen Sie den Beratungsschein oder die medizinische oder kriminologische Indikation vorlegen.


Der medika­mentöse Schwangerschafts­abbruch mit Mi­fe­gyne®

Der medikamentöse Schwangerschaftsabbruch ist bis zur 9. Schwangerschaftswoche (ab dem ersten Tag der letzten Regelblutung) möglich. Nach der Untersuchung erhalten Sie zunächst das Medikament Mifegyne® mit dem Wirkstoff Mifepriston. Der Wirkstoff blockiert die Wirkung des körpereigenen Progesterons und leitet den Abbruch ein. Ein bis zwei Tage später erhalten Sie bei einem zweiten Arztbesuch ein Prostaglandinpräparat. Beide Medikamente können auch zuhause eingenommen werden. Es kommt dann zu menstruationsartigen Blutungen, bei denen das Schwangerschaftsgewebe ausgestoßen wird. Die Blutungen können mehrere Tage andauern und sind zum Teil sehr stark. Wenn die Blutungen deutlich stärker sind, als Sie es von Ihrer Menstruation kennen, sollten Sie sich sicherheitshalber ärztlich untersuchen lassen.


Operativer Schwangerschafts­abbruch: Absaugung oder Ausschabung

Der operative Schwangerschaftsabbruch erfolgt mit einer örtlichen Betäubung oder einer kurzen Vollnarkose. Die gebräuchlichste und schonendste Methode ist die Absaugung. Ein dünnes Röhrchen wird durch den Muttermund eingeführt und die Schleimhaut und die Fruchtblase werden abgesaugt. Der Eingriff dauert fünf bis zehn Minuten. Mitunter ist eine Ausschabung nötig, dabei werden Schleimhaut und Fruchtblase mit chirurgischen Instrumenten entfernt. Nach dem Abbruch können Bauchschmerzen und Blutungen auftreten.

„Ich hatte mir vorher natürlich viele Gedanken gemacht. Da musste alles entschieden, ausgewählt, organisiert werden. Aber der Eingriff selbst war unspektakulär. Ein paar Minuten, unkompliziert.“

Risiken und Neben­wir­kungen ver­schie­dener Abtreibungs­methoden

Alle beschriebenen ärztlichen Schwangerschaftsabbrüche sind sehr sicher. Selten kann es zu Komplikationen wie Entzündungen kommen, die sich jedoch gut behandeln lassen. Bei starken Blutungen, Schmerzen, Fieber oder schlecht riechendem Ausfluss nach einem Abbruch sollten Sie eine*n Ärzt*in aufsuchen.
Noch immer kursieren viele Mythen über die Risiken von Schwangerschaftsabbrüchen. Hier sind die Fakten: Schwangerschaftsabbrüche machen nicht unfruchtbar und sie haben keinen Einfluss auf das Risiko von Brustkrebs oder späteren Fehlgeburten. Sie führen nicht regemäßig zu psychischen Problemen oder zu Problemen in der Partnerschaft. Frauen entscheiden sich in der Regel sehr sorgfältig für oder gegen einen Abbruch und die allermeisten sind mit der Entscheidung langfristig zufrieden.


Ablauf Schwangerschafts­abbruch nach der 12. Woche

Wenn die Gesundheit der Schwangeren durch die Fortsetzung der Schwangerschaft gefährdet wäre, ist ein Abbruch auch zu einem späteren Zeitpunkt der Schwangerschaft möglich. Diese „medizinische Indikation“ muss von einer Ärztin oder einem Arzt bestätigt werden. Ein*e andere*r Mediziner*in darf dann den Abbruch vornehmen.
Bei einem Abbruch nach der 20. Schwangerschaftswoche wird dem Fötus eine Kaliumchlorid-Lösung gespritzt, die zum Herzstillstand führt. Anschließend wird mit Medikamenten die Geburt eingeleitet.
Auch vor und nach einem späten Abbruch haben Sie das Recht auf kostenlose psychosoziale Beratung – zum Beispiel bei den Schwangerschaftsberatungsstellen der AWO.


Nachsorge und Gefühle

Viele Frauen empfinden nach einem Schwangerschaftsabbruch Traurigkeit und Erleichterung zugleich. Die hormonelle Umstellung kann zu starken und wechselnden Gefühlen führen. Langfristige psychische Komplikationen sind hingegen sehr selten. Ein Gespräch in einer Beratungsstelle unterstützt Sie auch nach einem Abbruch.
Unabhängig von der gewählten Methode sind einige Tage Ruhe und Erholung empfehlenswert. Nach 10-14 Tagen ist eine gynäkologische Nachuntersuchung nötig.
Nach dem Abbruch kann es bei fehlender Verhütung direkt wieder zu einer Schwangerschaft kommen. Informationen zu Sex und Verhütung unmittelbar nach dem Abbruch erhalten Sie in der Frauenarztpraxis oder bei der Schwangerschaftsberatungsstelle.

Noch Fragen?

Wir beraten Sie gern persönlich. Anonym und kostenlos. Wertschätzend und empowernd.